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"Willkommen in Barth“ e.V." kümmert sich um Flüchtlinge - neue Mitglieder werden dringend gesucht

Ostsee-Anzeiger 11. Januar 2017:

Willkommen in Barth
Willkommen in Barth

Die Bilder der auf dem Bahnhof in Budapest gestrandeten Flüchtlinge waren gerade über die Fernsehschirme gegangen, als sich der Verein „Willkommen in Barth“ im September 2015 gründete. Mit dem Zustrom der Flüchtlinge, die zum Teil schon in Barth waren, aber schnell mehr wurden, setzte der Verein seinen Schwerpunkt in die Flüchtlingshilfe. Das allgemeine Motto des Vereins, das Zusammenwirken von Vereinen und Institutionen zu fördern und insgesamt dem Gemeinwohl zu dienen, bleibt das übergeordnete Ziel.

Die Initiatoren des Vereins sind der Bürgermeister der Stadt Barth, Dr. Stefan Kerth, der Chef der Wohnungsbaugesellschaft Reinhard Marx und Kerstin Klein als Stadtvertreterin. Sie bilden auch den Vorstand des Vereins. Bei Gründung hatte der Verein acht Mitglieder; inzwischen sind es 26.

Rund 250 Flüchtlinge leben derzeit in Barth. Die meisten kommen aus Syrien, aber auch aus dem Iran und Irak. Darunter sind sehr viele Kurden und Kurdinnen. Weitere Flüchtlinge kommen aus Eritrea, Mauretanien, Albanien, Afghanistan und der Ukraine.

Die ersten Kontakte zu den Flüchtlingen kamen bei Besuchen in der Gemeinschaftsunterkunft (GU) zustande. Eines der ersten Angebote der Ehrenamtlichen war die Unterstützung beim Lernen der deutschen Sprache. Es folgte eine sogenannte Teestunde, bei der es zunächst auch um Geselligkeit ging und zusätzlich um ein Hilfsangebot beim Verständnis von Behördenschreiben. Inzwischen läuft die Teestunde außerhalb der GU. Die Gespräche während der Teestunde geben einen Überblick über die Problemlagen der Geflüchteten. Zu Beginn warteten die Geflüchteten zwischen 6 und 18 Monate auf ihren Aufenthaltsstatus. Nachdem das erfolgt ist, warten sie nunmehr mindestens vier weitere Monate auf die polizeiliche Bestätigung ihrer Identität und ihren Pass.

Im Januar 2016 eröffnete der Verein ein Möbellager, welches von einer Möbellager AG betrieben wird. Die Eröffnung des Möbellagers wurde von der Ehrenamtsstiftung MV unterstützt. Das Möbellager wird in gleicher Weise von Geflüchteten und Einheimischen genutzt.

Des Weiteren gibt es eine AG Patenschaften und eine Gruppe, die Veranstaltungen organisiert. Es gibt auch eine Frauengruppe, in der gemeinsam mit geflüchteten Frauen deutsche Kinderbücher gelesen werden.

Zudem treffen sich die Vereinsmitglieder 14-tägig dienstags um 17 Uhr, um ihre Arbeit abzustimmen.

Ein wichtiges Projekt der Wohnungsbaugesellschaft und des Vereins ist seit Mai dieses Jahres ein Abenteuerspielplatz. Er befindet sich hinter der GU im Wohngebiet mit vielen Deutschen. Der Abenteuerspielplatz soll der Integration der einheimischen mit der ausländischen Bevölkerung dienen.

Der Verein sucht dringend neue Mitglieder. Wer Interesse hat, wende sich an die Koordinatorin für die ehrenamtliche Arbeit für Flüchtlinge: Karin Böttger, Tel. 0171 7706653 oder karinböttger@t-online.de. Weitere Informationen gibt es unter www.willkommen-in-barth.de.