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Landrat Ralf Drescher war am Dienstag Gesprächspartner auf einem Forum des Landesverbandes Nordost des Ökologischen Verkehrsclubs Deutschland, das unter der Fragestellung "Löst die Deges-B 96n Rügens Verkehrsprobleme?" stand.

Zur B 96n vertritt der Landrat folgenden Standpunkt:

„Die B 96n auf Rügen ist für unseren Landkreis von immenser Bedeutung. Die neue Straße muss kommen und sie wird kommen. Das Vorhaben ist im Bundesverkehrswegeplan verankert. Und ich bin sicher, dass auch die Finanzierungsfrage gelöst wird.

Die B 96n verbessert nachhaltig die Erreichbarkeit der Insel Rügen. Engpässe im internationalen, nationalen und regionalen Straßennetz werden im Bereich der Ortsdurchfahrten beseitigt. Profitieren werden Transitreisende von und nach Skandinavien, Russland und dem Baltikum, Pendler und natürlich die Wirtschaft, insbesondere die Bereiche Tourismus, Logistik und der Fährhafen Mukran. Mit der Beseitigung von Staus bestehen bessere Bedingungen auch für die Ansiedlung von produzierendem Gewerbe entlang der Trasse und im Bereich des Fährhafens. Die Frage, ob man erwarten kann, staufrei von der und auf die Insel zu kommen, ist ganz sicher ein wichtiger Standortfaktor im Wettbewerb mit anderen Standorten und anderen Tourismusdestinationen. Profitieren werden daneben auch die Anwohner von Samtens und Rambin, die von unerträglichem Durchgangsverkehr entlastet werden. Aus all diesen Gründen halte ich den Bau der B 96 n von Altefähr bis Bergen auf Rügen für unverzichtbar.

Ich finde es falsch, jetzt noch grundsätzlich über die Ausführung des Bauvorhabens zu diskutieren. In jüngster Vergangenheit ist ein langwieriges und umfangreiches Planfeststellungsverfahren durchgeführt worden, das von zahlreichen Experten begleitet wurde und ein Beteiligungsverfahren der Träger öffentlicher Belange und der Bürger beinhaltete. Hier erfolgte die Abwägung aller Einwendungen und Hinweise. Das Verfahren endete mit einem fachlich untersetzten Planfeststellungsbeschluss. Mit seiner Rechtskraft ist dieser verbindlich. Daran sollte nicht gerüttelt werden. Viel Zeit, Kraft und Sachverstand wurden investiert. 

Die Notwendigkeit für das Vorhaben ist gegeben. Wir sollten froh sein, dass die Baumaßnahme im Rahmen der Umsetzung eines integrierten Verkehrskonzeptes erfolgt und entsprechend finanziert wird. Als Landkreis haben wir keinen Einfluss auf die Kosten.

Im Zusammenhang mit der Unterhaltung des Straßennetzes auf allen Ebenen richtet sich meine Forderung nach wie vor darauf, die Gemeinden dauerhaft finanziell besser auszustatten.

Dass die B 96n teurer als ursprünglich gedacht wird, ist eine Tatsache, die niemanden glücklich macht, die wir alle aber akzeptieren sollten. Es wäre fatal, das Vorhaben deshalb zu stoppen. Im Gegenteil. Um weitere potenzielle Kostensteigerungen zu vermeiden, muss zügig gebaut werden. Je schneller das Vorhaben voranschreitet, desto geringer ist das Risiko, dass es weitere Kostensteigerungen gibt.“
Quelle: Landkreis Vorpommern-Rügen