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Warum unterhalten wir als Kreis Partnerschaften? Auf diese Frage antwortet Lothar Großklaus: „Weil es immer gut ist, sich zu besuchen, von anderen zu lernen und den Horizont zu erweitern.“

Der stellvertretende Landrat stand an der Spitze einer Delegation von Verwaltung und Unternehmern im polnischen Bytow. Gemeinsam mit dem Chef der Stabsstelle für Regionalentwicklung, Matthias Horn, und der Verantwortlichen für internationale Beziehungen, Martina Schwinkendorf, hat er den langjährigen Partnerkreis der Insel Rügen besucht.

Besuch in Bytow - Infoveranstaltung
Besuch in Bytow - Infoveranstaltung
Doch nicht nur das. Schon im Vorfeld hatte Matthias Horn auf einen konkreten Hintergrund der Reise gedrängt - nämlich dem Anwerben von Arbeitskräften. Und so hat die hiesige Kreisverwaltung mit dem polnischen Partnerkreis ein Experiment gewagt.

„Wir haben deutsche Unternehmen angeschrieben und nach möglichem Arbeitskräftebedarf gefragt. Gleichzeitig haben wir die dort gewonnenen Jobprofile nach Polen weitergegeben. Die polnische Verwaltung hat ihrerseits passende Personen gesucht, die für eine Arbeitsaufnahme in Deutschland geeignet sind“, erläutert Martina Schwinkendorf. Dann wurden Unternehmen eingeladen, an dieser Delegation teil zu nehmen und ihr Unternehmen persönlich vorzustellen. Schnell kristallisierte sich besonders der Pflegebereich mit dringendem Handlungsbedarf heraus.

„Wir wurden gewarnt, dass die Polen kein Interesse an Arbeit in unserem Landkreis haben.“ sagt Horn, doch es kam anders. 50 Bewerber/innen haben sich eingefunden und den anwesenden Unternehmern und Verwaltungsleuten Löcher in den Bauch gefragt. „Wir sind als Region nicht unattraktiv“, resümiert Großklaus. Die Gründe liegen in der geographischen Nähe und in der gemeinsamen Ostblockvergangenheit. „Die Situation auf dem Arbeitsmarkt wird in wenigen Jahren wirklich dramatisch. Deshalb beginnen wir jetzt mit der Anwerbung von Arbeitskräften. Bei solch einem heiklen Thema können viele Fehler gemacht werden. Noch ist Zeit, um aus Fehlern zu lernen“, fügt Horn hinzu.

Natürlich kam auch der kulturelle Teil in Bytow nicht zu kurz. Die Delegation besuchte die Berufsschule, ein Kinderheim und das Landratsamt. Besonders von der Berufsschule zeigt sich der stellvertretende Landrat begeistert. Diese ist vor zehn Jahren gebaut worden und sieht immer noch aus wie neu. Ausgestattet mit modernster High Tech, steht sie den deutschen Berufsschulen in nichts nach. Besonders die Wertschätzung durch die Schüler und deren Engagement, die Schule voran zu bringen, beeindruckten Lothar Großklaus. „Wir können viel von den Polen lernen und werden die Unternehmensbesuche fortsetzen.“ 
 
Quelle: Landkreis Vorpommern-Rügen