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Eh Alter! - Verhinderung von Straftaten

Ausgangslage:

Präventionsbeamte der Polizei
Präventionsbeamte der Polizei

Straftaten geschehen täglich und sind eine negative Erscheinung unserer Gesellschaft, vor allem aber wird diese dadurch erheblich geschädigt. Straftaten verursachen menschliches Leid und zerstören zwischenmenschliche Beziehungen. Hier gilt es anzusetzen und den Kindern und Jugendlichen ihren Handlungen vor Augen zu führen und Hilfestellungen für ein besseres Miteinander zu geben. Diese Jugendlichen verhalten sich auffällig. Sie halten sich nicht an Regeln, sie beleidigen, klauen, prügeln und randalieren. Sie nehmen Drogen, schwänzen die Schule und sind faul.
Ein ziemlich ernüchterndes Bild an vielen Schulen, dennoch leider zutreffend.

Kriminalprävention Ansatz/Inhalt/Ziel:
Dieses Projekt richtet sich an Kinder und Jugendliche, die sich auffällig verhalten bzw. bereits mit dem Gesetz in Konflikt geraten sind. Es soll den jungen Menschen die Möglichkeit geben, sich mit seinen eigenen Erfahrungen, Wünschen und realen Möglichkeiten auseinanderzusetzen. Dabei steht die Person des Kindes/Jugendlichen im Vordergrund. Das Bewusstsein für die eigene Verantwortung muss gestärkt werden und sie sollen die Erfahrungen machen, wie ihr Verhalten auf andere wirkt. Schrittweise wird diesen Kindern und Jugendlichen nahe gebracht, dass sie die Möglichkeit haben positive Veränderungen in ihrem Leben zu erreichen.
In den verschiedenen Ansätzen wird den Teilnehmern aufgezeigt, dass es sozial angemessene Konfliktlösungsmöglichkeiten gibt, die ohne Gesichtsverlust umgesetzt werden können. Sie werden aufgefordert, ihre Motive bei der Tat zu hinterfragen, sich in die Rolle ihrer Opfer hineinzuversetzen und die weit reichenden Folgen ihres Handelns zu bedenken und nicht länger zu verdrängen.

Inhalt und Ziel:
Dieses Projekt gliedert sich in 7 Teilbereiche:

1. Ziele-Regeln-Aufgaben

In diesem Teilbereich werden zunächst Gruppenregeln aufgestellt und persönliche- und Gruppenziele festgelegt.
Mit den Teilnehmern werden Vereinbarungen getroffen, die dann durch sie unterzeichnet werden. Dadurch werden die Kinder und Jugendlichen ermuntert das Projekt bis zum Ende durchstehen. Es finden außerdem thematisierte Gruppennachmittage mit Eltern, Lehrern und den Kindern/Jugendlichen statt.

2. „Gefühlschaos“

In dieser Phase des Projektes geht es um das Begutachten und Besprechen der eigenen Gefühle und wie Körpersprache Missverständnisse hervorrufen kann.
Die Person des Kindes/Jugendlichen steht innerhalb der Gruppe im Mittelpunkt. So soll, wenn nötig, das Bewusstsein für die eigene Verantwortung gestärkt werden und es soll die Erfahrung vermitteln, wie das eigene Verhalten auf andere wirkt.
Ein Anti-Gewalt-Training soll gewalttätigen Jugendlichen und Kindern die Möglichkeit geben, zu erkennen, dass es sozial angemessene Konfliktlösungsmöglichkeiten gibt, die sie erlernen und sich ohne Gesichtsverlust zu eigen machen können. Im Training werden sie aufgefordert, ihre Motive bei der Tat zu hinterfragen, sich in die Rolle der Opfer hineinzuversetzen und weit reichende Folgen ihrer Gewaltdelikte zu überdenken. Da aggressives und gleichzeitig mit Gewalt verbundenes Handeln mit starken Emotionen, Körperreaktionen einhergeht, lernen die Teilnehmer durch Übungen und Rollenspiele, dass missverstandene Körpersignale falsche Wirkungen erzeugen und oftmals zu schlagenden Argumenten führen. Durch praktische Übungen soll die Selbst- und Fremdwahrnehmung verbessert werden und die Körpersprache für eine gewaltfreie Konfliktlösung eingesetzt werden.
Durch Beispielarbeit unter Einbeziehung des StGB werden den Kindern und Jugendlichen hier Verhalten und die Konsequenzen aufgezeigt.

3. Repekt

Hier geht es um die Themen Sachbeschädigung, Beleidigung, Diebstahl etc.
Der Begriff „Respekt“ wird erarbeitet und Verbindungen zu verschiedenen Straftaten werden hergestellt. Durch Arbeitseinsätze beim Nahverkehr oder der Stadt wird das Erarbeitete verinnerlicht.

4. Theaterpädagogik

Für den Bereich Ribnitz-Damgarten und Barth, soll die Bodden-Barth Initiator sein. Unter Anleitung von Theaterpädagogen wie Martin Schneider und Piet Oldmanns, werden die SchülerInnen, außerhalb von Schule, vorbereitet und Ziel ist es zum Ende des Schuljahres ein Theaterstück zur Thematik Aufstand / Aufruhr aufzuführen.Für die Stadt Stralsund soll die Theater Vorpommern GmbH Stralsund tätig werden. Dafür konnte die Theaterpädagogin Frau Dorothea Buhl gewonnen werden. Ziel soll es hier sein, die Thematik Zivilcourage aufzugreifen und nach Fertigstellung zu präsentieren.

5. Medienkompetenz

In diesem Teilbereich des Projektes werden Probleme zum Thema Internet erarbeitet. Dafür steht ein Medienparcours zur Verfügung.
Der Parcours macht Prävention für Kinder und Jugendliche spannend und nachvollziehbar. Soziale Netzwerke und der gewinnbringende sowie sozial verantwortliche Umgang mit ihnen stehen im Fokus des erlebnis- und erkenntnisreichen Bildungsangebotes.
Virtuelle soziale Netzwerke wie Schüler VZ, Twitter, Facebook und Co sind aus den Köpfen Heranwachsender jedoch nur noch schwer wegzudenken. Was aber sind sie – Fluch oder Segen?
Präventiv und interaktiv nähert sich der Medienparcours den Mechanismen und Folgen, indem er für den eigenen Mediengebrauch sensibilisiert und Medienkompetenz vermittelt.

Die einzelnen Stationen sowie Gesprächsrunden mit den Medienpädagogen zeigen, dass der verantwortungsvolle Umgang mit medialen Technologien sowie der verantwortungsvolle Umgang mit persönlichen Daten im Internet erlernt werden kann. Gefahren werden aufgespürt und mit positiven Effekten in Abwägung gebracht. Soziale Netzwerke werden demnach als nahezu unausweichlicher Bestandteil in der Lebenswelt Heranwachsender betrachtet – ohne zu verteufeln, sondern mit dem Ziel kompetenter Nutzung.

Der Medienparcours wird vom Verein „Chamäleon“ e.V. Stralsund angeboten und bietet ein breites Spektrum an Möglichkeiten für die SchülerInnen, um die Strukturen der neuen Medien besser verstehen zu können.

6. Legale und illegale Drogen

Welche illegalen Drogen gibt es? Welche Wirkungen haben sie? Welche Folgen hat der illegale Drogenkonsum?
Diese und viele andere Fragen zum Thema legale und illegale Drogen werden durch Präventionsbeamte der Polizeiinspektion Stralsund in diesem Projektteil beantwortet.

7. Erlebnispädagogik

Je nach Gruppendynamik wird die Thematik ausgewählt. Ca. 3 Tage, außerhalb der Schule, werden den Teilnehmerinnen und Teilnehmern verschiedenste Aufgaben zur Umsetzung übertragen. Dies soll auch das Zusammengehörigkeitsgefühl stärken. Weiterhin wird das Projekt ausgewertet.

Die Erlebnispädagogik wird außerhalb von Schule durchgeführt, das heißt, es sind mindestens zwei Übernachtungen, sowie Verpflegung, Transport und evtl. Leihgebühren für die SchülerInnen notwendig. Geplant ist diese Aktion für ca. 110 SchülerInnen.