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Kostenlose und kostenpflichtige Tests – Was jetzt gilt

Auch mit der neuesten Testverordnung vom 1. September 2022, bleiben die seit dem 30. Juni 2022 bekannten Corona-Testabläufe bestehen. Für bestimmte Personengruppen und bestimmte Anlässe wird weiter eine Eigenbeteiligung in Höhe von 3 Euro verlangt. Für andere bleiben die Corona-Tests kostenlos. Wer wann wieviel bezahlen muss, wird hier näher erläutert.

Was genau regelt die Corona-Testverordnung?

  1. Den Anspruch auf Testungen im Bereich der Prävention bei asymptomatischen Personen
  2. Die Bestätigung positiver Schnelltestergebnisse
  3. Die Testungen symptomatischer Personen im Rahmen der Krankenbehandlung

Die Vierte Verordnung zur Änderung der Coronavirus-Testverordnung vom 31. August 2022 hat keine Auswirkungen auf die kostenlosen oder 3-Euro-Bürgertests. In der aktuellsten Fassung wurden nur die Abrechnungs- und Prüfmodalitäten angepasst.

Was hat sich mit der neuen Testverordnung geändert?

Mit der neuen Testverordnung sind Bürgertests zum Teil kostenpflichtig: Die Höhe der Kosten für die Testungen kann variieren und wird von den Testzentren selbst festgelegt. In bestimmten Situationen wird eine Eigenbeteiligung in Höhe von nur 3 Euro verlangt. Es gibt aber auch weiterhin Ausnahmen für kostenlose Testungen.

Einen Überblick zu den kostenlosen und kostenpflichtigen Bürgertests gibt auch das folgende Merkblatt:

Wann und wieviel muss für einen Test bezahlt werden?

Grundsätzlich ist es sinnvoll, sich in bestimmten Situationen weiterhin zu testen, insbesondere dann, wenn Kontakte zu vulnerablen Gruppen bestehen. Angeraten ist ein Test von symptomlosen Personen beispielsweise bei

  • der Teilnahme an Veranstaltungen in Innenbereichen oder mit großer Personenanzahl
  • einer Warnung mit roter Kachel auf der Corona-Warn-App
  • Kontakten zu Menschen mit hohem Erkrankungsrisiko:
    • Personen, die das 60. Lebensjahr vollendet haben
    • Personen mit einer Vorerkrankung oder Behinderung

In den genannten Fällen ist mit der neuen Testverordnung eine Eigenbeteiligung von 3 Euro pro Testung geregelt. Der Anspruch auf den kostengünstigen Bürgertest muss nachgewiesen werden.

Wie kann ich den Anspruch auf den 3-Euro-Bürgertest nachweisen?

Vor einer Testung muss die zu testende Person ihre Identität mit einem amtlichen Lichtbildausweis nachweisen: Dazu zählen in Deutschland normalerweise entweder ein Personalausweis oder ein Reisepass. Zusätzlich werden folgende Nachweise akzeptiert:

  • Vorzeigen der Corona-Warn-App mit der Statusanzeige „erhöhtes Risiko“ (rote Kachel)
  • eine Eintrittskarte für eine Veranstaltung
  • eine Reservierungsbestätigung
  • eine Einladung zu einer Feier
  • ein anderweitiger Nachweis, der eine Teilnahme am gleichen Tag bestätigt
  • eine Selbstauskunft, die den Kontakt zu vulnerablen Personen / Gruppen am gleichen Tag glaubhaft macht

Wann und für wen bleiben die Corona-Tests kostenlos?

Für symptomatische Personen gibt es weiterhin einen kostenlosen PCR-Test, wenn

  • eine Ärztin / ein Arzt die PCR-Testung im Rahmen der Krankenbehandlung veranlasst
    • das gilt auch, wenn zwar Symptome vorhanden sind, aber kein positiver Antigentest vorliegt
  • zur Bestätigung des Testergebnisses gemäß § 4b S. 1 TestV 
    • bei einem positiven Antigen-Schnelltest zur Bestätigung des Schnelltestergebnisses oder
    • bei einem Selbsttest zur Bestätigung des Selbsttestergebnisses 

Kostenlos bleiben die Corona-Schnelltests auch für folgende asymptomatische Personengruppen:

  • Personen, die sich freitesten müssen zur Beendigung der Quarantäne (z.B. medizinisches bzw. pflegendes Personal)
  • Kinder unter 5 Jahren, also bis zum Ende des 4. Lebensjahres
  • Schwangere im ersten Trimester (einschließlich der 12. Schwangerschaftswoche)
  • Personen, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können (medizinische Kontraindikation)
  • pflegende Angehörige
  • Angehörige von nachweislich Infizierten aus demselben Haushalt
  • Leistungsberechtigte mit Beschäftigten im Rahmen des Persönlichen Budgets (§ 29 SGB IX)
  • bei Leistungsberechtigten Beschäftigte im Rahmen des Persönlichen Budgets (§ 29 SGB IX)
  • Teilnehmer und Teilnehmerinnen an klinischen Studien zur Wirksamkeit von Impfstoffen gegen das Coronavirus
  • Besucher, Patienten oder Bewohner folgender Einrichtungen:
    • Krankenhäuser
    • Rehabilitationseinrichtungen
    • stationäre Pflegeeinrichtungen
    • Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen
    • Einrichtungen für ambulante Operationen
    • Dialysezentren
    • ambulante Pflege
    • ambulante Dienste oder stationäre Einrichtung der Eingliederungshilfe
    • Tageskliniken
    • Entbindungseinrichtungen

Gut zu wissen:

Der Genesenen-Nachweis, der den Immunschutz gegen das Coronavirus SARS-CoV-2 durch eine vorausgegangene Infektion bestätigt, wird nur ausgestellt, wenn die virale Infektion mittels einer sogenannten Nukleinsäure-Amplifikationstechnik nachgewiesen wurde. Dafür kommen PCR-Tests in Frage, Antigen-Schnelltests sind nicht ausreichend für eine solche Bescheinigung.


Quellen:

Coronavirus-Testverordnung - TestV - Bundesgesundheitsministerium
BAnz AT 29.06.2022 V1.pdf (bundesanzeiger.de)
Fragen und Antworten zu COVID-19 Tests - Bundesgesundheitsministerium
Corona-Testverordnung
Infektionsschutzgesetz
BAnz AT 31.08.2022 V2.pdf (bundesanzeiger.de)