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Zukunftstag 2026: Einblicke in die Arbeit des Landrats und der Kreisverwaltung jenseits von Rollenklischees

Ein Tag als Landrätin für Kira, Kimberly, Fenja, Zora Eva und Viktoria (v. l. n. r.) mit Dr. Stefan Kerth (3. v. r.) © Landkreis Vorpommern-Rügen
Ein Tag als Landrätin für Kira, Kimberly, Fenja, Zora Eva und Viktoria (v. l. n. r.) mit Dr. Stefan Kerth (3. v. r.) © Landkreis Vorpommern-Rügen

Am gestrigen Girls'Day (Mädchen-Zukunftstag) und Boys'Day (Jungen-Zukunftstag) – einem bundesweiten Aktionstag für Mädchen und Jungen zur klischeefreien Berufsorientierung, der jährlich am dritten Donnerstag im April stattfindet – standen für die Schülerinnen und Schüler Vorpommern-Rügens die Berufe im Fokus, in denen Frauen bzw. Männer mit einem Anteil von unter 40 Prozent bislang unterrepräsentiert sind. Ziel ist es, junge Menschen unabhängig von Geschlechterrollen bei der Berufsfindung zu unterstützen.

Der Landrat Vorpommern-Rügens beteiligte sich auch in diesem Jahr wieder mit einem eigenen Angebot: Fünf Schülerinnen begleiteten Dr. Stefan Kerth durch seinen Arbeitsalltag und erhielten dabei Einblicke in die vielfältigen Tätigkeiten eines Landrats sowie der Fachbereiche der Kreisverwaltung. Bundesweit liegt der Frauenanteil unter den Landrätinnen und Landräten bei 11 Prozent, in Mecklenburg-Vorpommern gibt es derzeit keine Landrätin. Umso wichtiger sind Aktionen, die Mädchen frühzeitig für Führungspositionen, verantwortungsvolle und technische Tätigkeiten begeistern.

Die Schülerinnen der IGS Grünthal und der Freien Schule Prerow waren einen Vormittag lang an der Seite des Landrats unterwegs. Arbeitsgespräche zu aktuellen Themen technisch und ingenieurwissenschaftlich geprägter Bereiche führte sie an verschiedene Stationen:
In der Integrierten Leitstelle, mit mittlerweile neun Frauen im Team, konnten sie beispielsweise einen Notruf simulieren und erlebten die professionelle Gesprächsführung der Disponentinnen und Disponenten. Erstaunt hat vor allem die hohe Zahl von rund 158.000 Anrufen jährlich.
Bei der Verkehrsgesellschaft Vorpommern-Rügen mbH (VVR) bekamen die Teilnehmerinnen Einblicke in den Betriebshof, die Werkstatt sowie die technischen Systeme zur Steuerung und Koordination des Busverkehrs.
Im Fachgebiet Bevölkerungs- und Brandschutz wurde deutlich, wie sich der Landkreis auf Ernstfälle und mögliche Katastrophen vorbereitet – von der Planung bis zum Einsatz. Die über 3.000 Feuerwehrkräfte Vorpommern-Rügens tragen maßgeblich dazu bei. Auffällig: Viele Mädchen engagieren sich in den Jugendfeuerwehren, während der Frauenanteil im Erwachsenenalter wieder sinkt.
Abschließend erhielten die Schülerinnen im Fachdienst Gebäudemanagement und Schulen einen Einblick in das Projekt Berufsschulcampus und die Komplexität solcher Bauvorhaben. Hierbei konnte das interessante Berufsfeld der Ingenieurin als Projektsteuerin anschaulich vermittelt werden.

Besonders die Leitstelle sowie der Blick hinter die Kulissen der VVR hinterließen einen bleibenden Eindruck. Auch die Vielfalt der Aufgaben einer Landrätin bzw. eines Landrats überraschte die Schülerinnen. Insgesamt zeigten sich die Teilnehmerinnen des diesjährigen Zukunftstages – Zora Eva, Fenja, Kimberly, Kira und Viktoria – begeistert und im wahrsten Sinne des Wortes „geplättet“ von den vielfältigen beruflichen Möglichkeiten.

Der Zukunftstag wird im Landkreis durch einen aktiven Arbeitskreis begleitet, koordiniert von der Gleichstellungsbeauftragten Vorpommern-Rügens gemeinsam mit der Beauftragten für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt der Agentur für Arbeit Stralsund. Ziel bleibt es, Fachkräftegewinnung konsequent an Talenten auszurichten und Geschlechterklischees weiter abzubauen.

Autor: Landkreis Vorpommern-Rügen, 24.04.2026