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Grüne Technologien im Dialog: Landkreis Vorpommern-Rügen beim EnergieTag MV 2026

Welche Fortschritte wurden mithilfe erneuerbarer Energien und nachhaltiger Energieversorgung bereits erzielt und wo in unserer Region? Antworten darauf bot der EnergieTag MV 2026, der innovative Zukunftstechnologien und nachhaltige Lösungen im ganzen Land erlebbar machte. Am 25. April 2026 beteiligte sich der Landkreis Vorpommern-Rügen an den Aktionstagen der Hansestadt Stralsund und der Gemeinde Dettmannsdorf. Ziel war es, die Aktivitäten des Landkreises im Bereich der Wasserstofftechnologie vorzustellen und über aktuelle Entwicklungen zu informieren. Unter der Wortbildmarke „H2 READY Vorpommern-Rügen“ machte der Landkreis deutlich, dass die Region bereit ist für den Aufbau und die Nutzung von Wasserstofftechnologie.

Stralsunder EnergieTag MV 2026

In der Hansestadt Stralsund lud der Aktionstag Bürgerinnen und Bürger dazu ein, sich praxisnah zu erneuerbaren Energien und Wasserstoff zu informieren. Zum Auftakt moderierte die städtische Klimaschutzmanagerin Heide Niemann eine Dialogrunde mit Oberbürgermeister Alexander Badrow und Staatssekretärin Ines Jesse. Themen dabei waren unter anderem die persönliche Mobilität im Alltag sowie die Rolle der jungen Generation für die Energiewende.

Auf dem Veranstaltungsgelände präsentierten sich neben der Hochschule Stralsund (HOST), dem Landkreis Vorpommern-Rügen und verschiedenen Akteuren der Umweltbildung auch regionale Autohäuser als Aussteller, die unter anderem zahlreiche aktuelle Elektrofahrzeuge vorstellten. Ein besonderer Anziehungspunkt war das Brennstoffzellen-Rennfahrzeug „ThaiGer“ der HOST, das die technologische Kompetenz der Region im Bereich alternativer Antriebe demonstrierte. Während der Landkreis mit dem ersten Wasserstoff-Grill Mecklenburg-Vorpommerns ein praktisches Anwendungsbeispiel für die Bevölkerung bot, fand auf dem Wasser das traditionelle Solarbootrennen statt, bei dem Schülerinnen, Schüler und Studierende mit ihren Konstruktionen antraten.

EnergieTag MV 2026 in Dettmannsdorf

Das wegweisende Kreislaufwirtschaftsprojekt „Green Dettmannsdorf“ war Mittelpunkt des dortigen Aktionstags. Die technologischen Pfeiler, die angestrebte Sektorenkopplung und die regionale Wertschöpfung des Vorhabens wurden durch das Konsortium präsentiert.
Ein Projekt, das die Gemeinde zusammenbringt: Landrat Dr. Stefan Kerth und Bürgermeister Stefan Schmidt begrüßten gemeinsamen die Gäste des EnergieTags. Das Programm wurde zudem von Kindern und Jugendlichen der Gemeinde mit musikalischen Beiträgen und Tanzvorführungen bereichert. Auch die örtliche Gastronomie und die freiwillige Feuerwehr unterstützten die Veranstaltung. Damit machte Dettmannsdorf deutlich, dass die Energiewende ein Gemeinschaftsprojekt ist.

  

Was ist „Green Dettmannsdorf"?

Die Wurzeln des Vorzeigeprojekts liegen in der aktiven Strukturpolitik des Landkreises. Der Wasserstoffkoordinator der Kreisverwaltung unterstützte das Vorhaben nicht nur mit einer wegweisenden Machbarkeitsstudie, sondern brachte auch seine Expertise und ein breites Netzwerk ein. Bürgermeister Stefan Schmidt erkannte frühzeitig die Notwendigkeit eines zukunftsträchtigen Energiekonzepts für die ortsansässige Brennerei. Durch diese strategische Moderation wurden Partner aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik zusammengeführt und das Fundament für die heutige Entwicklung gelegt.

​Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der innovativen Reststoffverwertung: ​Das Stralsunder Unternehmen Envorloop stellte einen kontinuierlichen Prozess vor, mit dem Reststoffe aus dem Destillierungsprozess (Schlempe) zu Biokohle veredelt werden sollen. Die Machbarkeit wurde bereits in zahlreichen Versuchen nachgewiesen und ein erstes Pilotprojekt dazu soll noch 2026 an der Kläranlage im nahe gelegenen Kneese entstehen, wo sich diese Technologie erstmals in einer großtechnischen Anlage, unter Verwendung des dort anfallenden Klärschlamms, bewähren kann.

Dieser aus der Schlempe gewonnene grüne Energieträger soll künftig nicht nur die nötige Prozesswärme für die Alkoholherstellung bereitstellen, sondern via Kraft-Wärme-Kopplung auch dauerhaft regenerativen und bezahlbaren Strom für die Destillerie, umliegende Betriebe und Wohneinheiten bereitstellen.

In einer zweiten Ausbaustufe rund um „Green Dettmannsdorf“ soll ein Elektrolyseur mit 40-MW Leistung genug Wasserstoff produzieren, um daraus unter Zuhilfenahme des CO2 aus der Verbrennung der biogenen Kohle und des Gärprozesses der Brennerei sogenannte synthetische Kraftstoffe, in diesem Fall Methanol, in Größenordnungen von mehreren 10.000 t pro Jahr herzustellen.

Den notwendigen Strom für dieses Vorhaben der Wasserstoff- und Methanol-Herstellung wird durch neu zu bauende Windenergieanlagen und Photovoltaikparks geliefert werden. Die Betreiber dieser neuen Anlagen, JUWI GmbH und East Energy GmbH, sind mittlerweile integrale Projektpartner von „Green Dettmannsdorf“.

Autor: Landkreis Vorpommern-Rügen, 29.04.2026