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Divitz - Herrenhaus und Wasserburg

Die Wasserburg Divitz – im nordöstlichen Teil des Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern gelegen – zählt zu den bedeutendsten Herrenhäusern Mecklenburg-Vorpommerns und des gesamten baltischen Raums. Es weist, nach einer Studie des Beauftragten des Bundes für Kultur und Medien, alle Merkmale eines Baudenkmals von nationaler Bedeutung auf.

Baugeschichtlich ist für die Wasserburg Divitz charakteristisch, die hohe Dichte sowohl an Befundkomplexen als auch an original erhaltenen Elementen. Die seit dem Mittelalter errichteten Bauteile sind immer wieder überformt worden, so dass alle Epochen von 7 Jahrhunderten an einem Ort „begreifbar“ und „erlebbar“ sind.

In der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts wurde der Backsteinturm errichtet, wohl als befestigter Wohnbau, von dem zwei Geschosse noch heute erhalten sind. Im seinem Erdgeschoss ist noch das bauzeitliche Kreuzgratgewölbe vorhanden. Vermutlich Mitte des 16. Jahrhunderts entstand der repräsentative Nordgiebel in Renaissance-Formen auf dem spätmittelalterlichen Unterbau, dessen Gestalt sich in ähnlicher Form - jedoch als historisierendes Element des 19. Jahrhunderts - auch am benachbarten Zwerchhaus sowie am Tor zum Wirtschaftshof wiederfindet.

Im Jahre 1706 gelangte das Gut Divitz in das Eigentum der Familie von Lilienstedt, später ging es durch Erbschaft auf die Familie von Krassow über. Das Herrenhaus wurde mehrfach modernisiert, worauf u.a. die in Wappenfeldern von Portalen angebrachtem Jahrzahlen "1729" und "1743" verweisen.

Das heutige Erscheinungsbild der Anlage wurde maßgeblich in mehreren Erneuerungsphasen von 1785 bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts geschaffen, als das kräftige Kranzgesims, die Putzfaschen und der südliche Flügel mit einem neuen zentralen Treppenhaus entstanden. Möglicherweise wurde an Stelle einer Treppe aus dem 16. Jahrhundert Mitte des 19. Jahrhunderts eine qualitätsvolle Spindeltreppe gebaut.

Das Innere des Herrenhauses spiegelt durch seine Ausstattung die zahlreichen kleineren und großen Modernisierungen der vergangenen Jahrhunderte anschaulich wider. In bemerkenswertem Umfang haben sich historische Tafelparkette, Deckenstucke, Innentüren und aufwendige Wandfassungen erhalten können,  z.B. ein illusionistisch aufgemaltes Paneel und barocke Tapetenreste.

Die Wasserburg Divitz wird in der Denkmalliste des Landkreises Vorpommern-Rügen unter der Denkmal-Nr. 282 mit dem Denkmallisteneintrag: Park als Baudenkmal gem. § 2 Abs. 1 DSchG M-V geführt. Die Burginsel mit Wassergraben, der ehemalige Lustgarten, der Küchengarten (sowie der Bereich dazwischen einschl. Teich) sind als Bodendenkmal gem. § 1 (3) DSchG M-V ausgewiesen.

Eigentümer ist aktuell der Verein Kulturgüter Wasserburg Divitz e.V. Gemäß den Kreistagsbeschlüssen 261-15/2013, KT 102-05/2015 und KT 314-18/2017 hat sich der Landkreis Vorpommern-Rügen dazu verpflichtet den Verein beim Erwerb und bei der Notsicherung aktiv zu unterstützen.