Hinschauen. Handeln. Helfen - Aktionstag machte Zivilcourage erlebbar
"Was würdest du tun?" – Diese Frage stand im Mittelpunkt des ersten Aktionstages Zivilcourage des Kommunalen Präventionsrates Vorpommern-Rügen im STRELAPARK Einkaufszentrum in Stralsund. Und die Antwort darauf war nicht immer einfach.
Was tun, wenn auf einem Parkplatz eine Frau lautstark bedrängt wird? Wie reagiert man, wenn in einem Klassen-Gruppenchat ein peinliches Foto einer Mitschülerin geteilt wird und mehrere mitlachen? Direkt eingreifen, Hilfe holen oder die Polizei informieren?
Beim Dilemma-Glücksrad konnten Kinder, Jugendliche und Erwachsene solche Situationen durchspielen und gemeinsam überlegen, welche Möglichkeiten es gibt. Für die jüngeren Besucherinnen und Besucher konnten passend zum Thema Ausmalbilder gestalten und eigene Mutmach-Buttons herstellen. So wurde es einer scheinbar einfachen Frage schnell ein Gespräch darüber, was man selbst tun kann und warum es manchmal Mut braucht, „Stopp“ zu sagen oder Hilfe zu holen.
Auch die Polizei setzte auf Erfahrungen aus dem Alltag: Die Bundespolizei nahm die Besucherinnen und Besucher beispielsweise mit auf eine Bahnfahrt. Mit einer VR-Brille wurde erlebbar, wie ein junger Mann in einem Zug bedrängt wird und wie unterschiedlich die Mitfahrer darauf reagieren. Die Landespolizei beantwortete viele Fragen, um Unsicherheiten aus dem Weg zu räumen.
Wilfried Harfenmeister von der Verkehrswacht Stralsund begleitete den Aktionstag. Gemeinsam mit Vizelandrätin Katrin Meyer lernte er die verschiedenen Aktionen kennen und kam mit den Beteiligten ins Gespräch.
Am Stand des Landkreises Vorpommern-Rügen waren der WEISSE RING Stralsund e. V., die Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises und die Vertretung des Kommunalen Präventionsrates dabei. Gemeinsam mit der Bundespolizei und der Polizeiinspektion Stralsund machten sie deutlich: Zivilcourage beginnt nicht erst beim Eingreifen. Sie beginnt damit, hinzuschauen, aufmerksam zu sein und sich zu fragen: Was kann ich tun?
Der Aktionstag am 26. September 2026 zeigte: Auf diese Frage gibt es nicht immer nur eine Antwort. Aber es gibt Möglichkeiten, anderen beizustehen – und genau darüber miteinander ins Gespräch zu kommen.
Autor/in: Landkreis Vorpommern-Rügen
