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Händigkeit bei Kindern erkennen

Es sind zwei Babyhände zu sehen. © freepik
Es sind zwei Babyhände zu sehen. © freepik

Bereits im Mutterleib ist angelegt, ob eher unsere rechte oder linke Gehirnhälfte dominiert.

Dabei findet im Gehirn eine Überkreuzung statt: Das heißt, die linke Hirnhälfte steuert in der Regel die rechte Körperseite, während die rechte Hirnhälfte die linke Seite aktiviert. Dieser funktionelle Vorrang einer Seite oder Hand wird als Lateralität bezeichnet.

Der Begriff der "Händigkeit" ergibt sich aus dem Einsatz der bevorzugten Hand bei Aktivitäten. Daher wird von Linkshändigkeit bei der Präferenz der linken Hand gesprochen. Ist hingegen die rechte Hand die stärkere, kann von einer Rechtshändigkeit ausgegangen werden.

Wachsen Kinder unter idealen Bedingungen auf, kann sich Ihre Händigkeit natürlich entfalten. Diese Voraussetzungen sind insbesondere für linkshändig begabte Kinder nicht immer gegeben. Dadurch kann es zu einem Handwechsel kommen und so zu einer Anpassung an eine vorwiegend rechtshändige Welt. Im schulischen Umfeld und späteren Leben sind ernsthafte Folgen möglich. Darum ist es uns ein wichtiges Anliegen, zur (Links-)Händigkeit aufzuklären.


Allgemeine Informationen zur (Links-)Händigkeit

Die sogenannte Händigkeit bezieht sich auf den vorherrschenden Einsatz der entweder rechten oder linken Hand und meint damit in der Regel gleichzeitig die gesamte Körperseite. 

Nach der Geburt und im Kleinkindalter benutzen die Kinder meist intuitiv ihre bevorzugte Hand: ob beim Daumenlutschen, Kuscheltier halten, malen oder Ball werfen. Auch beim Hüpfen auf einem Bein oder dem Abstoßen eines Fußes auf dem Laufrad oder Roller wird meist unbewusst das Bein der dominanten Körperseite eingesetzt. Üblicherweise ist diese meistens auch die stärkere Seite, die sich vertrauter und sicherer anfühlt. 

Verteilung der Händigkeit in der Bevölkerung

Im Allgemeinen geht die Wissenschaft momentan davon aus, dass die meisten Menschen rechtshändig veranlagt sind und sich Linkshändige in der Unterzahl befinden. Die Zahlen für Linkshändige schwanken dabei sehr stark zwischen knapp 3 und 30 Prozent in der gesamten Weltbevölkerung. In MV hat sich in den bisherigen Schuleingangsuntersuchungen ein Anteil von etwa 10 Prozent herausgestellt.

Andere meinen, dass es jeweils 50 Prozent links- und rechtshändige Personen geben müsste. Die Forschungs- und Datenlage dazu ist sehr schwierig, u.a. weil es schwer und aufwendig ist, umgeschulte Linkshänder eindeutig festzustellen. Besonders in solchen Fällen, wo eine Linkshändigkeit bekannt ist und sie z.B. aus religiösen Gründen bewusst versteckt gehalten wird.

Laut einer Studie von 2020, die fünf weltweite Metaanalysen mit insgesamt fast 2,4 Millionen Probanden genauer untersuchte, sollen im Durchschnitt 10,6 Prozent aller Menschen auf der Erde linkshändig sein. Werden weniger strenge Kriterien herangezogen, seien bis zu 18,1 Prozent linkshändig.

Händigkeit veränderbar durch äußere Einflüsse

In einer vorherrschend rechtshändigen Welt hatten Linkshändige lange keinen Platz, wurden als Außenseiter stigmatisiert und absichtlich "umerzogen", z.B.  beim Schreibenlernen in der Schule. Dabei wurde teils auch Gewalt angewandt.

Je nach Umfeld des Kindes, kann sich bis heute im Laufe der Kindheit eine natürliche Linkshändigkeit in eine Rechtshändigkeit "wandeln". Die Gründe dafür sind vielfältig.

Auch heutzutage kann es vorkommen, dass die linke Hand weniger Akzeptanz findet als die rechte oder die Bedingungen zur Entwicklung der linken Hand und Seite schwieriger sind. Diese Abwertung der linken Hand spiegelt sich bis heute in kulturellen, religiösen und sprachlichen Kontexten wider. 

  • Gründe für einen Hand- bzw. Seitenwechsel:
    • fehlende linkshändige Vorbilder
    • fehlendes Material, wie Linkshänder-Schere, Anspitzer oder auf links zugeschnittene Arbeitsblätter
    • das Bedürfnis der Kinder, wie die anderen zu sein (Gruppendynamik)
    • fehlendes Training der linken Hand/Seite z.B. im Sport, wenn beim Wurf- oder Schusstraining nur „rechts“ geübt wird
  • kultureller / religiöser Kontext:
    • die linke Hand gilt als unrein
    • mit Links darf nicht gegessen werden
    • die linke gilt als die Hand des Teufels
  • sprachlicher Kontekt:
    • Aussagen wie linkisch sein, jemanden linken oder zwei linke Hände haben, sind eindeutig negativ – linkshändig zu sein wird demnach ebenfalls negativ bewertet.
    • Rechtshändigkeit wird dagegen mit positiven Aspekten verbunden – rechtschaffen sein, sich auf dem rechten Pfad bewegen, für Recht und Ordnung sorgen usw.

Anzeichen für eine angeborene Linkshändigkeit

Es gibt Erwachsene,  die umgeschulte Linkshänder sind. Manche haben bis heute damit Probleme, andere haben sich weitestgehend angepasst. Dass eine Veranlagung vorliegt, wird häufig gar nicht wahrgenommen oder erst sehr spät überhaupt in Betracht gezogen. Einige Merkmale und bestimmte Verhaltensmuster weisen auf eine angeborene Linkshändigkeit hin, selbst wenn seit Jahren oder Jahrzehnten mit Rechts geschrieben, gemalt oder ein Instrument gespielt wird:

  • An welches Ohr wird das Handy gehalten?
  • Mit welchem Auge wird durch den Sucher geschaut (bei einer älteren Kamera)?
  • Auf welcher Schulter wird die Tasche getragen?

Testung und Umschulung in jedem Alter möglich

Einige Menschen haben ihr Leben lang ein unbestimmtes Gefühl, dass etwas nicht so ist, wie es sein sollte. Etwas fühlt sich immer verkehrt, einfach nicht richtig an, ohne dass sie es konkret benennen önnten. Inzwischen beschäftigen sich immer mehr Fachleute mit dem Thema der Händigkeit und haben zur Feststellung der natürlichen Händigkeit Tests entwickelt. Diese funktionieren sowohl bei Kindern als auch Erwachsenen.

Bei Kindern sind die Tests besonders hilfreich, wenn die Händigkeit möglicherweise nicht eindeutig scheint oder es als Folge einer antrainierten Rechtshändigkeit zum Beispiel Probleme in der Schule gibt. Natürlich gibt es auch andere Ursachen für Schulprobleme, aber die Händigkeit sollte als möglicher Faktor mitbedacht werden.

Zertifizierte Linkshänderberater und -beraterinnen führen solche Testungen durch. Dafür ist reichlich Zeit einzuplanen, denn insgesamt kann die Analyse mehrere Stunden in Anspruch nehmen.

Informationen für Eltern – Ihr linkshändiges Kind

Mädchen schreibt mit der linken Hand an die Tafel © freepik
Mädchen schreibt mit der linken Hand an die Tafel © freepik

In der Schuleingangsuntersuchung, zu der das Gesundheitsamt jedes Kind im Jahr vor dem Schulbeginn einlädt, wird die Schulfähigkeit geprüft. Gleichzeitig beobachten die Ärztinnen und Ärzte, welches die bevorzugte Hand ist und geben dazu eine Empfehlung an die Schule ab.

Doch nicht immer ist das Ergebnis eindeutig, obwohl in dem Alter häufig feststeht, welches die dominante Hand ist. Fehlende Vorbilder, mangelnde Arbeitsmittel zu Hause und in der Kita können die natürliche Händigkeit verändern. Davon betroffen sind üblicherweise linkshändige Kinder, da unsere Umwelt rechts geprägt ist.

Lernen die Kinder das Schreiben mit der „falschen“ Hand, kann das für sie eine belastende Erfahrung mit schwerwiegenden Folgen sein:

  • Sie bemühen sich noch so sehr, aber bekommen es einfach nicht hin.
  • Sie schmieren oder schreiben unsauber bzw. undeutlich (Krakelschrift).

Das nagt an ihrem Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl. Diese Kinder können später auch als vermeintliche Störenfriede wahrgenommen werden, wenn deren Schulerfahrung nicht unter den richtigen, zu ihnen passenden Bedingungen stattfindet, weil es sie so sehr aufwühlt.

Die Rolle der Eltern beim Erkennen der Händigkeit

Bereits bei Ihrem Baby steht fest, ob es links- oder rechtshändig veranlagt ist. Während es anfänglich mal die eine, mal die andere Hand nutzen wird, setzt es mit der Zeit ganz intuitiv die stärkere Hand und Seite ein. In der Regel ist die Händigkeit mit etwa 3 Jahren eindeutig erkennbar. Vielleicht sind Sie unsicher oder haben das Gefühl, dass Sie es nicht eindeutig sagen können?

Äußere Einflüsse führen häufig dazu, dass bei linkshändigen Kindern die natürliche Veranlagung überlagert wird, denn:

    • Unsere Welt ist auf Rechtshändigkeit ausgerichtet – und wird als Norm betrachtet
    • Die meisten Menschen scheinen Rechtshänder zu sein, selbst wenn sie von Natur aus linkshändig, aber „umgeschult“ sind
    • Ein Mangel an linkshändigen Vorbildern in der unmittelbaren Umgebung kann eine Rechtshändigkeit fördern, die von Natur aus nicht gegeben ist
    • Der eigene Wunsch, nicht auffallen zu wollen, führt zu einer antrainierten Rechtshändigkeit

Sie sind die wichtigste Bezugsperson für Ihr Kind und kennen es am besten. Sie haben in der Regel all seine Entwicklungsschritte ab der Geburt beobachtet und miterleben dürfen. Sie sind Ihrem Kind ein wichtiges Vorbild.

Aus all diesen Gründen sind Sie für uns ein wichtiger Ansprechpartner bei der Einschulungsuntersuchung Ihres Kindes und der Feststellung seiner Händigkeit.

Sie haben ein großes Interesse daran, dass es Ihrem Kind gut geht, es die bestmöglichen Bedingungen zum Lernen und Aufwachsen hat und entsprechend seiner Fähigkeiten und Möglichkeiten gefördert wird. 

Deshalb beziehen wir Sie gern mit ein und beantworten Ihre Fragen zur natürlichen Händigkeitsentwicklung und zur Förderung der veranlagten Händigkeit Ihres Kindes.

Mögliche Folgen einer unterdrückten Linkshändigkeit

Der Mensch ist in der Lage, sich anzupassen – einige besser als andere. Auch eine Veränderung der angeborenen Händigkeit kann bei einigen Kindern fast folgenlos bleiben, während andere (stark) leiden und größere Schwierigkeiten haben.

Unterschieden werden deshalb primäre und sekundäre Folgen: Die primären Folgen stehen unmittelbar im Zusammenhang mit der umgelernten Linkshändigkeit, die sekundären können sich später entwickeln, wie folgendes Beispiel zeigt:

  • Primärfolge: Schwierigkeiten beim Schreiben und mit dem Schriftbild
  • Sekundärfolge: Unsicherheit und Minderwertigkeitskomplexe
    • das Kind bekommt es, trotz großer Anstrengung, nicht besser hin; es zweifelt an sich selbst und hält sich für unfähig
    • verstärkt wird das durch Äußerungen wie „Gib dir mal mehr Mühe!“

Insgesamt können im Ergebnis feinmotorische Auffälligkeiten bis hin zu Störungen von Persönlichkeitsmerkmalen auftreten.

Primäre Folgen Sekundäre Folgen
  • Auffälligkeiten bei der Feinmotorik,
    beim Schreiben oder dem Schriftbild
  • Konzentrationsschwierigkeiten 
    (Kind ist langsam, schnell ermüdbar)
  • Gedächtnisstörungen (Blackouts)
  • Lese-Rechtschreib-Schwierigkeiten
  • Links-Rechts-Unsicherheit
  • Sprachauffälligkeiten (z.B. Stottern)
  • Unsicherheit bzw. Vermeidung
  • Zurückgezogenheit
  • Minderwertigkeitskomplexe
  • Überkompensation
    (erhöhter Leistungseinsatz)
  • Verhaltensauffälligkeiten
  • Psychosomatische Beschwerden
  • Störungen im Persönlichkeitsbild


Glauben Sie, dass eine oder mehrere Aspekte auf ihr Kind zutreffen, heißt das nicht automatisch, dass es von Natur aus linkshändig und umgeschult sein muss, da es auch andere Ursachen dafür geben kann.

Allerdings kann es hilfreich sein, bei einem ärztlichen oder therapeutischen Gespräch an eine eventuell vorliegende Umschulung der Händigkeit zu denken. Durch eine entsprechende Diagnostik oder Linkshänder-Beratung kann der Verdacht gegebenenfalls ausgeschlossen werden.

Informationen für pädagogische Fachkräfte in Kita und Hort

Kita Comic © Pixabay
Kita Comic © Pixabay

Als Erzieherinnen und Erzieher, Integrationsbegleitende oder Alltagshelferinnen und -helfer in Kinderkrippen, Kindergärten oder Horten betreuen Sie Kinder in Ihren Einrichtungen oft über viele Stunden am Tag.

Sie erleben Sie beim Spielen drinnen wie draußen, bei bis zu drei Mahlzeiten täglich und altersabhängig vielleicht beim Mittagsschlaf. Sie sind nah an den Kindern und haben viele Gelegenheiten, diese zu beobachten.

Daher ist es wahrscheinlich, dass Sie die angeborene Händigkeit der Kinder wahrnehmen. Die dominierende Körperseite lässt sich z.B. in spontanen Situationen beobachten:

  • An den Fingern / Daumen welcher Hand lutscht das Kind
  • In welchem Arm hält es sein Kuscheltier
  • Mit welcher Hand greift es nach dem Spielzeug oder dem Malstift
  • Mit welchem Fuß tritt es gegen einen Ball

Weitere typische sogenannte Zeiger der Händigkeit findenSie auf dem „Poster zur Händigkeit“ .

Da Sie als Betreuungs- und Bezugspersonen viele Stunden mit den Kindern verbringen, ist es wichtig, dass Sie besonders linkshändig begabte Kinder unterstützen, ihre angeborene Händigkeit ausleben zu dürfen. Die linke Hand ist genauso gut wie die rechte!

Förderung linkshändiger Kinder – So gelingt sie

Durch unsere auf Rechtshändigkeit ausgerichtete Welt haben es Linkshändige schwerer, ihrer natürlichen Begabung zu folgen. weil Kinder Ihre Umgebung kopieren. Gibt es darin kaum linkshändige Vorbilder, ahmen linkshändig begabte Kinder verstärkt ihre rechtshändige Umwelt nach – und passen sich an. Bei vielen Kindern bleibt das nicht folgenlos.

Was können Sie konkret tun?

  • Raum dafür schaffen, dass die Kinder sich ausprobieren und üben dürfen; dabei vermeiden, auf Rechts zu korrigieren!
  • den Einsatz der linken Hand anleiten oder vorleben, auch innerhalb der Gruppe
    • lässt sich spielerisch umsetzen, alle Kinder und Erwachsenen probieren sich regelmäßig mit Links aus
  • Anreize für Wahlmöglichkeiten schaffen
    • Reguläres Besteck in Gefäßen bereitstellen, aus denen sich die Kinder selbst bedienen können
    • bei noch kleineren Kindern Löffel gerade oberhalb vom Teller (spezielles Linkshänder-Besteck ist in der Regel nicht nötig)
    • Tassen mit Henkel neutral platzieren (Henkel nach oben oder unten; bei Tassen mit Motiv darauf achten, dass es mindestens auf beiden Seiten vorhanden ist oder im besten Fall umlaufend
    • Bei Bechern ebenfalls mit umlaufendem oder beidseitigem Motiv
  • Materialien für Linkshändige bereithalten
    • Je nach Alter z.B. Mal- bzw. Schreibhilfen, Anspitzer, Schere für Linkshändige zur Verfügung stellen
    • Schreibtischauflage für Linkshändige – hilft, zu bemalende oder zu beschreibende Blätter in eine für Linkshändige günstige Position zu bringen
    • Ausmalbilder mit Tieren oder Gegenständen, die nach links gucken, laufen oder ausgerichtet sind und damit Normalität für Links schaffen
  • Bei allen gemeinsamen Aktivitäten am Tisch linkshändige Kinder möglichst an die Außenseiten / Ecken setzen, damit sich die Kinder beim Malen, Basteln, Schneiden oder Essen nicht gegenseitig behindern, anstoßen bzw. in die Quere kommen.
Sitzanordnung in der Kita © Landkreis Vorpommern-Rügen
Sitzanordnung in der Kita © Landkreis Vorpommern-Rügen

Da Sie regelmäßig im Austausch mit den Eltern der betreuten Kinder sind, haben wir für Sie eine Elterninformation zur Linkshändigkeit zusammengestellt, auf die Sie die Eltern gern hinweisen können.

Wissenschaftliches Projekt zur Händigkeit bei Kindern

Projekt „Händigkeit bei Kindern – Eine Erhebung zur Überprüfung der Einschätzung im Kontext der Schuleingangsuntersuchung"

Für Eltern und allgemein Interessierte

Projekt Händigkeit Kinder © pixabay
Projekt Händigkeit Kinder © pixabay

Im Rahmen der Schuleingangsuntersuchung (SEU) wird unter anderem beobachtet, mit welcher Hand Kinder typische Alltagsbewegungen ausführen – zum Beispiel beim Malen, Perlenaufheben oder Flaschendrehen. In manchen Fällen ist die Händigkeit nicht eindeutig, und das ist völlig normal.

Wichtig ist jedoch, dass Kinder mit ihrer natürlichen Veranlagung gefördert und nicht ungewollt „umgelernt“ werden – das kann auf Dauer gesundheitliche und emotionale Folgen haben.

Deshalb wurde im Landkreis Vorpommern-Rügen mit einem besonderen Projekt begonnen: Die Beobachtung der Händigkeit erfolgt differenzierter, Eltern werden gezielt befragt und bei unklarer Händigkeit erfolgt auf Wunsch eine ergänzende Einschätzung durch eine zertifizierte Händigkeitsberaterin. Ziel ist es, Kinder bestmöglich zu unterstützen – sowohl zu Hause als auch in der Schule.

Bei Fragen zur Händigkeit oder zur Schuleingangsuntersuchung wenden Sie sich gern an Ihr zuständiges Gesundheitsamt. 

Für Fachkräfte und wissenschaftlich Interessierte

Die Einschätzung der Händigkeit erfolgt in der SEU bislang meist durch Beobachtung der bevorzugten Hand beim Zeichnen oder Schreiben. Studien im Landkreis Vorpommern-Rügen zeigen, dass dadurch linkshändige Kinder häufig nicht erkannt werden.

Im Rahmen eines wissenschaftlich begleiteten Projekts in Zusammenarbeit mit der Universität Greifswald werden daher neue, standardisierte Beobachtungskriterien erprobt und validiert. Ziel ist eine verbesserte Erkennung der dominanten Hand und damit die Vermeidung potenzieller Langzeitfolgen durch unerkannte Umtrainierungen.

Untersuchte Fragestellungen sind unter anderem:

  • Wie hoch ist der tatsächliche Anteil linkshändiger Kinder?
  • Welche standardisierten Beobachtungen sind hilfreich?
  • Welche Rolle spielt die familiäre Beobachtung im Alltag?
  • Wie kann eine Händigkeitsberaterin die Diagnosesicherheit erhöhen?

Die wissenschaftliche Begleitung erfolgt durch die Universität Greifswald und das Deutsche Zentrum für Kinder- und Jugendgesundheit (DZKJ).

Projektteam und wissenschaftliche Begleitung

Dr. Susann Heusler
Fachdienst Gesundheit, Landkreis Vorpommern-Rügen

Prof. Dr. Neeltje van den Berg
Institut für Community Medicine, Universitätsmedizin Greifswald und DZKJ

Franziska Radicke, M.A.
Institut für Community Medicine, Universitätsmedizin Greifswald und DZKJ

Prof. Dr. Astrid Bertsche
Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin, Universitätsmedizin Greifswald und DZKJ

Prof. Dr. Silke Schmidt-Schuchert
Institut für Psychologie, Universität Greifswald und DZKJ